Einen Proxy einzurichten heißt, deinem System oder deinem Programm zu sagen, dass es den Verkehr über eine andere Adresse schicken soll. Im Kern brauchst du dafür vier Angaben: die IP-Adresse des Proxys, den Port, und bei einem authentifizierten Proxy Benutzername und Passwort. Wo du diese vier einträgst, hängt davon ab, ob der ganze Rechner oder nur ein Browser über den Proxy laufen soll.
Wir betreiben ein Proxy-Netz, also steht hier die knappe, praktische Anleitung für die häufigsten Wege: Windows, Chrome, Firefox und Android, mit und ohne Passwort, plus die Prüfung, dass es wirklich läuft.
Die vier Teile eines Proxys
Bevor du irgendwo etwas einträgst, halt dir die vier Teile vor Augen, denn jedes Feld will genau einen davon:
- IP-Adresse: wohin der Verkehr geht, etwa 203.0.113.10.
- Port: die Tür an dieser Adresse, etwa 8080 oder 1080.
- Benutzername und Passwort: nur bei einem authentifizierten Proxy. Manche Anbieter nutzen stattdessen eine IP-Whitelist, dann fällt dieser Teil weg.
Fehlt oder stimmt einer dieser Teile nicht, verbindet der Proxy nicht. Das ist der häufigste Grund für Fehler.
Windows (systemweit)
Windows leitet mit dieser Einstellung den Verkehr des ganzen Systems über den Proxy:
- Einstellungen, Netzwerk und Internet, Proxy.
- Unter "Proxy manuell einrichten" auf "Einrichten" gehen.
- "Proxyserver verwenden" einschalten, IP-Adresse und Port eintragen, Speichern.
- Bei einem authentifizierten Proxy fragt Windows Benutzername und Passwort beim ersten Verbindungsaufbau ab.
Zum Ausschalten denselben Weg gehen und "Proxyserver verwenden" wieder abschalten.
Chrome
Chrome nutzt standardmäßig die Proxy-Einstellungen des Systems, ein Klick auf "Proxy-Einstellungen öffnen" führt also zu den Windows-Einstellungen oben. Willst du einen Proxy nur für Chrome, ohne das ganze System umzustellen, hast du zwei Wege:
- Eine Erweiterung wie FoxyProxy oder SwitchyOmega, die pro Regel umschaltet und mehrere Proxys verwaltet.
- Chrome mit dem Startparameter
--proxy-server=ip:portstarten, was nur diese Instanz betrifft.
Firefox (nur der Browser)
Firefox hat eigene Proxy-Einstellungen, sodass nur Firefox über den Proxy läuft und der Rest des Systems unberührt bleibt:
- Einstellungen, ganz unten "Netzwerk-Einstellungen", "Einstellungen".
- "Manuelle Proxy-Konfiguration" wählen.
- IP und Port bei "HTTP-Proxy" (oder "SOCKS-Host" für SOCKS5) eintragen.
- Bei Bedarf "Diesen Proxy auch für HTTPS verwenden" ankreuzen, Speichern.
Zugangsdaten fragt Firefox beim ersten Aufruf einer Seite ab.
Android
Android setzt den Proxy pro WLAN-Netz:
- Einstellungen, WLAN, auf das verbundene Netz tippen (oder lange drücken, "Netzwerk ändern").
- "Erweiterte Optionen", Proxy auf "Manuell".
- Hostname (die IP) und Port eintragen, Speichern.
Das gilt nur für dieses eine WLAN und meist nur für den Browser-Verkehr, nicht für alle Apps.
In Tools und Code
In Skripten und Kommandozeilen-Tools hängst du die vier Teile an die Adresse. Das Format ist bei den meisten gleich:
# Mit Zugangsdaten
curl -x http://benutzer:passwort@203.0.113.10:8080 https://example.com
# SOCKS5
curl -x socks5://benutzer:passwort@203.0.113.10:1080 https://example.com
Erlaubt dein Anbieter eine IP-Whitelist, lässt du Benutzername und Passwort weg und trägst stattdessen im Kundenbereich deine eigene IP als erlaubt ein.
Prüfen, dass es läuft
Nach dem Einrichten willst du zwei Dinge wissen: geht der Verkehr wirklich über den Proxy, und verrät er deine echte IP nicht doch. Beides geht in Sekunden. Ruf eine Seite auf, die deine IP zeigt, und prüfe, ob dort die Proxy-IP steht. Schneller ist unser Proxy-Checker: er öffnet eine echte Verbindung über den Proxy und meldet Ausgangs-IP, Land, Latenz und Anonymitätsgrad in einem Durchgang, sodass ein toter oder transparenter Proxy auffällt, bevor du ihn ernsthaft nutzt.
Vier Teile
IP, Port, Nutzer, Passwort
Eintragen
System oder Browser
Prüfen
IP-Seite oder Checker
Läuft
Proxy-IP statt deiner
Wenn es nicht verbindet
Fast alle Proxy-Fehler haben eine von vier Ursachen: falsche IP oder falscher Port, fehlende oder falsche Zugangsdaten, ein toter Proxy, oder deine IP steht nicht auf der Whitelist. Prüf die vier Teile einzeln, teste mit dem Checker, und bei einem kostenlosen Proxy nimm einfach den nächsten Eintrag, denn die meisten sind innerhalb von Minuten tot. Eine frisch geprüfte Auswahl findest du in unserer kostenlosen Proxy-Liste, und was ein Proxy überhaupt ist, steht in was ist ein Proxy.
Fazit
Einen Proxy einzurichten ist immer dasselbe Muster: vier Teile ins richtige Feld, dann prüfen, dass die Proxy-IP statt deiner erscheint. Für einen einzelnen Browser nimm die Firefox-Einstellungen oder eine Chrome-Erweiterung, fürs ganze System die Windows-Einstellung. Braucht die Aufgabe IPs, die durchhalten, statt sterbender Gratis-Einträge, findest du sie bei den Residential-Proxys ab $0.44 pro GB.
Quellen
- HProxy, Proxy-Checker: prüft Ausgangs-IP, Land, Latenz und Anonymität eines Proxys in einem Durchgang.
- HProxy, kostenlose Proxy-Liste: frisch geprüfte Einträge zum Ausprobieren der Einrichtung.